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Smart Home planen und Kosten berechnen: die Stückliste schlägt den Quadratmeterpreis

Wie man die Kosten eines Smart-Home-Projekts seriös beziffert: Stückliste statt Pauschale, Montagezeit statt Bauchgefühl, eigene Einkaufspreise statt Katalogwerte. Und ein kostenloses Werkzeug, das genau diese Rechnung am Grundriss mitschreibt.

Smart Home planen und Kosten berechnen: die Stückliste schlägt den Quadratmeterpreis

Wie man Smart-Home-Kosten wirklich berechnet

Kurz und unromantisch: über eine Stückliste. Jede Komponente einzeln, mit dem eigenen Einkaufspreis und einer ehrlichen Montagezeit, die Zeiten mit dem eigenen Stundensatz multipliziert, dann Zuschläge für Nebenleistungen und Risiko obendrauf. Was dabei herauskommt, ist eine Zahl, die man Position für Position verteidigen kann. Alles andere ist geraten, auch wenn es souverän klingt.

Der Grund, warum das trotzdem selten so gemacht wird, ist banal. Die Stückliste kostet einen Abend. Eine grobe Schätzung aus dem Bauch kostet dreißig Sekunden. Und am Küchentisch will der Kunde die Schätzung, nicht die Liste.

Warum der Quadratmeterpreis nicht funktioniert

„Was kostet Smart Home pro Quadratmeter?” ist eine der meistgestellten Fragen zum Thema und eine der am schlechtesten beantwortbaren. Der Preis eines Smart-Home-Projekts hängt an zwei Größen: wie viele Punkte gesetzt werden, und was ein Punkt jeweils kostet. Beides hat mit der Wohnfläche wenig zu tun.

Ein offener Wohnraum mit vierzig Quadratmetern, drei Lichtkreisen, einer Jalousie und einem Thermostat ist eine überschaubare Rechnung. Eine verwinkelte Altbauwohnung mit derselben Fläche, zwölf Lichtkreisen, sechs Fenstern in unterschiedlichen Formaten und einer Elektroinstallation aus zwei Epochen ist ein anderes Projekt. Gleiche Fläche, ein Vielfaches an Aufwand. Wer da mit einem Quadratmeterpreis hantiert, verkauft entweder unter Wert oder wird nicht beauftragt, und beides merkt man erst hinterher.

Für die erste Orientierung im Gespräch ist eine Spanne trotzdem legitim. Nur muss sie als das benannt werden, was sie ist: eine Spanne, kein Preis. Der Satz „das liegt erfahrungsgemäß in dieser Größenordnung, das genaue Angebot mache ich Ihnen anhand des Grundrisses” hat noch keinen Auftrag gekostet.

Die vier Posten, aus denen sich der Preis zusammensetzt

Material. Die Geräte selbst. Hier passiert der häufigste Fehler: Es wird mit Listenpreisen gerechnet, die niemand zahlt, oder mit Straßenpreisen, die keine Marge tragen. Was zählt, ist der eigene Einkaufspreis beim eigenen Großhändler, in der eigenen Menge.

Montagezeit. Der Posten, der die Kalkulation kippt, wenn er zu optimistisch ist. Ein Unterputz-Aktor ist keine Viertelstunde, wenn die Dose zu flach ist. Ein Zigbee-Sensor ist schnell angebracht und langsam eingebunden. Verlässliche Zeiten hat man nach ein paar Projekten im Kopf, aber nur, wenn man sie beim ersten Mal aufgeschrieben hat.

Einrichtung und Inbetriebnahme. Automationen, Dashboards, Einweisung. Der Posten, den fast alle unterschätzen, weil er sich nicht anfassen lässt. Er ist trotzdem Arbeitszeit, und Arbeitszeit gehört ins Angebot.

Zuschläge und Risiko. Anfahrt, Kleinmaterial, Entsorgung, der Puffer für die Überraschung im Bestand. Wer diesen Posten weglässt, weil er im Angebot unelegant aussieht, bezahlt ihn später aus der eigenen Marge.

Diese vier Blöcke sind unabhängig vom System. Sie gelten für eine reine Zigbee-Nachrüstung genauso wie für eine Neubauinstallation mit Bus.

„Was kostet KNX?” ist schon die falsche Frage

Die Frage nach KNX-Kosten kommt fast immer als Systemfrage. Sinnvoll beantworten lässt sie sich nur als Mengenfrage: Wie viele Schaltpunkte, wie viele Dimmer, wie viele Melder, wie viele Fenster? Erst danach entscheidet sich, was ein Punkt kostet.

Deshalb ist auch der Katalog des Fleet Planners bewusst protokollagnostisch aufgebaut. Ein Bewegungsmelder heißt dort Bewegungsmelder, ob er über KNX, Zigbee oder Matter spricht. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ändert aber die Reihenfolge im Kopf: Erst steht fest, was das Haus können soll, dann wird über den Weg dorthin entschieden. Wer umgekehrt anfängt, verkauft ein Protokoll und begründet danach den Bedarf.

Ein Wort zur Ehrlichkeit an dieser Stelle: Der Weg ist am Ende natürlich preisrelevant. Bus-Systeme brauchen Leitung und eine Inbetriebnahme, die Zeit kostet. Funklösungen sparen die Leitung und holen sich den Aufwand über Reichweitenprüfung, Repeater und Batteriewechsel im laufenden Betrieb zurück. Was länger hält und was früher getauscht wird, habe ich in Fünf Jahre haften, zwei Jahre Garantie mit Quellen durchgerechnet. Der Punkt hier ist nur: Diese Unterschiede gehören in die Zeilen der Stückliste, nicht in eine Pauschalaussage über das System.

Wo die Kalkulation in der Praxis scheitert

Kalkuliert wird in der Praxis meistens in einer Tabellenkalkulation. Das ist völlig in Ordnung und funktioniert lange. Es scheitert an drei Stellen.

Erstens am Zählen. Die Stückliste entsteht aus dem Grundriss, aber der Grundriss liegt daneben auf dem Tisch, und die Zuordnung passiert im Kopf. Zwei Räume weiter fehlt ein Melder, und niemand merkt es, weil in der Tabelle keine Lücke sichtbar ist. Diese Fehler fallen nicht beim Kalkulieren auf, sondern bei der Montage.

Zweitens am Ändern. Der Kunde will die Jalousiesteuerung doch nur im Erdgeschoss. In der Tabelle sind das sechs Zeilen an drei Stellen, und die Summe stimmt danach mit etwas Pech nicht mehr.

Drittens am Blatt für den Kunden. Eine Tabellenzeile mit „ZB-BWM UP 230V” versteht der Kunde nicht, und was er nicht versteht, verhandelt er. Ein Plan, auf dem er sein eigenes Haus wiedererkennt und sieht, wo die Geräte hängen, verändert dieses Gespräch. Nicht weil er hübscher ist, sondern weil der Kunde plötzlich über die Sache redet statt über den Preis.

Was der Fleet Planner macht

Genau diese Rechnung, während man am Grundriss arbeitet. Seit heute steht er als kostenloses Werkzeug unter ha-fleet-manager.com/tools/smart-home-planner/.

Der Ablauf ist kurz. Grundriss als Bild pro Ebene laden, einmal eine bekannte Strecke abmessen und ihre Länge eingeben, danach rechnet der Plan in Metern. Wenn kein Grundriss vorliegt, zeichnet man den Raum selbst: Wände ziehen, Türen und Fenster setzen, Texte platzieren, mit Fangpunkten und Längenanzeige am Zeiger. Dann Komponenten aus dem Katalog mit 140 Einträgen auf den Plan stempeln. Die Positionsliste füllt sich dabei von selbst, mit Material und Montagezeit, und die Summe steht immer schon da.

Was fehlt, trägt man selbst ein, mit eigenem Preis, eigener Zeit und wenn nötig eigenem Symbolbild. Die eigene Bibliothek lässt sich als .hafmlib-Datei sichern und auf einen anderen Rechner mitnehmen. Jeder Einzelpreis im Katalog ist überschreibbar, Stundensätze und Zuschläge sind frei, und Zuschläge dürfen vor oder nach der Steuer greifen, je nachdem wie man rechnet.

Am Ende kommt ein PDF heraus, mit Grundriss und Legende je Ebene, mit dem eigenen Logo und Firmennamen. Daneben .xlsx zum Weiterrechnen und CSV für alles andere. Der Einkaufspreis verlässt das Werkzeug dabei nie, auch nicht als versteckte Spalte in der Tabelle. Fünf Sprachen sind eingebaut, umschaltbar im Betrieb, samt Katalognamen.

Ein Punkt, der mir wichtiger ist als jede Funktion: Die Katalogpreise sind neutrale Marktdurchschnitte mit sichtbarem Preisdatum. Sie sind kein Angebot und keine Händlerliste. Für eine belastbare Kalkulation gehören die eigenen Einkaufspreise hinein, und wer das Blatt verschickt, verantwortet die Zahlen darauf. Das ist keine juristische Vorsichtsformel, sondern die Grundregel von oben: Fremde Durchschnittspreise sind eine Startposition, keine Kalkulation.

Was er nicht kann

Es ist eine Beta, und ich halte wenig davon, das erst im Kleingedruckten zuzugeben.

Offline arbeiten geht nicht. Der Einstieg braucht heute eine Verbindung, ausgerechnet für den Keller ohne Empfang, der der beste Anwendungsfall wäre. Grundrisse aus PDF nimmt das Werkzeug nicht an, nur Bilder (PNG, JPG, WebP); Architekten liefern PDF, der Umweg ist ein Screenshot. Die Zeichenwerkzeuge sind ausschließlich mit Maus oder Finger bedienbar, Wände, Türen, Fenster und Texte sind mit der Tastatur nicht erreichbar. Das ist eine Zugänglichkeitslücke, sie steht als solche auf der Liste, und sie wird hier auch so genannt.

Herstellervarianten kann das Werkzeug vollständig, aber der Katalog führt noch keine einzige, weil eine Variante ohne belegbaren Straßenpreis ein Schätzwert wäre, der wie eine Zusage aussieht. Die Einrichtungszeit wird als Kennzahl ausgewiesen, geht aber in keinen Betrag ein, solange der Satz dafür nicht feststeht. Und ohne Konto gibt es keine Synchronisierung zwischen Geräten; der Umzug läuft über die exportierte Projektdatei.

Zwei Dinge soll er außerdem gar nicht werden. Ein Angebotsprogramm nicht: keine Kundenverwaltung, keine Angebotsnummern, keine Rechnungen. Was er liefert, ist die Grundlage, aus der das Angebot entsteht: alle Positionen mit Mengen, Preisen und Zeiten, als PDF für den Kunden und als .xlsx oder CSV zum Einlesen in das Programm, mit dem du deine Angebote tatsächlich schreibst. Die Angebotsrechnung unterstützt er also, er führt sie nur nicht selbst. Und eine Fachplanung ersetzt er nicht, weder Stromlaufplan noch Lastberechnung noch Leitungsdimensionierung. Er beantwortet die Frage nach der Größenordnung, sauber und nachvollziehbar. Der Rest bleibt Handwerk.

Endgültig ist davon nichts. Einiges aus diesem Abschnitt und aus der Liste darüber liegt als Idee auf dem Tisch, und was oft genug nachgefragt wird, wird auch gebaut. Die Reihenfolge bestimmen die Rückmeldungen, nicht mein Bauchgefühl.

Wo die Daten liegen

Auf dem Gerät. Es gibt kein Konto, kein Backend und keinen Dienst, an den ein Projekt gesendet werden könnte. Die Seite lädt die Anwendung und den Katalog, danach bleibt sie stumm. Kein Tracking, keine Anmeldung, keine E-Mail-Adresse.

Der Preis dieser Entscheidung ist real und steht auch auf der Werkzeugseite: Was nur im Browser liegt, verschwindet mit dem Browser. Privater Modus, geleerter Speicher, neues Notebook, weg. Deshalb gilt für jedes Projekt, das zählt: einmal als .hafmplan-Datei exportieren. Diese Datei ist die Sicherung und lässt sich überall wieder öffnen.

Und nach der Übergabe

Geplant ist eine Anlage schnell. Betreut werden muss sie jahrelang, und dort entscheidet sich, ob aus dem Projekt ein Geschäft wird. Was ein Wartungsvertrag realistisch kosten darf und wie die RMR-Rechnung dahinter aussieht, steht in einem eigenen Post; wie sich das Berufsbild insgesamt formt, in Was macht ein Home Assistant Integrator?.

Für den Betrieb danach ist HA Fleet Manager gebaut: alle Home-Assistant-Installationen deiner Kunden in einem Dashboard, mit Updates, Backups und Warnungen, bevor der Anruf kommt. Zwei Systeme sind dauerhaft gratis, kostenlos registrieren.

Der Planer selbst braucht nicht mal das. Link öffnen und loslegen — und wenn dir im Katalog ein Eintrag fehlt oder ein Richtpreis danebenliegt, schreib mir. Das ist im Moment die nützlichste Rückmeldung, die ich bekommen kann.

DO
Denny Ovčar
Founder · ha-fleet-manager.com
Antworten
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