Wofür es gedacht ist
Der Anruf kommt selten zu einer angenehmen Uhrzeit. Ein Update ist schiefgelaufen, die SD-Karte hat aufgegeben oder der Server bootet gerade in eine Schleife. Bis Home Assistant wieder läuft, ist im Haus nichts mehr schaltbar, und der Kunde steht im Dunkeln.
Local Fleet Control ist für genau diese halbe Stunde gebaut. Die Anwendung redet direkt mit den Shelly-Geräten im Netz, über deren eigene HTTP-Schnittstelle. Sie braucht dafür weder Home Assistant noch eine Cloud, weder ein Konto noch eine Internetverbindung. Eine Geräteliste mit Knöpfen, mehr will sie nicht sein.
Gedacht ist sie in erster Linie für Integratoren, die ihren Kunden ein Rückfallnetz mitgeben wollen. Ein Notfallwerkzeug also, kein zweites Dashboard: Automationen, Szenen und Verlaufsdaten bleiben bewusst außen vor.
Was die Beta kann
Netzwerk-Scan. Ein Sweep über einen frei wählbaren CIDR-Bereich. Die lokalen Netze des Rechners werden vorgeschlagen, sind aber nicht bindend, sodass sich auch Netze hinter VPN oder einem Tailscale-Subnet-Router durchsuchen lassen, sofern eine Route existiert. Erlaubt sind ausschließlich private Adressbereiche, höchstens 1024 Adressen pro Durchlauf.
Geräteerkennung. Generation, Modell, MAC-Adresse und ein etwaiger Passwortschutz werden aus der Antwort des Geräts gelesen.
Projekte. Mehrere Anlagen nebeneinander, eine davon aktiv. Gefundene Geräte wandern auf Klick ins Projekt und bleiben dort gespeichert.
Räume und Kategorien. Frei anlegbar und pro Kanal zuordenbar. Ein Zweikanal-Gerät darf Kanal 1 im Flur und Kanal 2 im Bad haben. Die Liste lässt sich nach beidem gruppieren.
Eigene Namen. Pro Kanal ein Anzeigename. Ohne Eingabe gilt der Name aus der Shelly-Konfiguration.
Schalten. Ein, Aus und Umschalten für Relais- und Steckdosenkanäle, Gen1 wie Gen2 und Gen3. Der angezeigte Zustand wird immer beim Gerät nachgefragt und nie geraten.
Fünf Sprachen. Deutsch, English, Español, Français und Hrvatski, zur Laufzeit umschaltbar. Beim ersten Start gilt die Systemsprache, sonst Englisch.
Was sie noch nicht kann
Es ist eine Beta, und diese Punkte fehlen in Version 0.1.0 noch:
- Licht, Dimmer und Rollläden schalten. Solche Geräte werden gefunden und angezeigt, aber mit dem Hinweis, dass sie noch nicht steuerbar sind. Schaltflächen haben nur Relaiskanäle.
- Anmeldung an passwortgeschützten Geräten. Sie tauchen in der Liste auf, es gibt aber noch kein Feld für die Zugangsdaten.
- Update-Hinweis. Die geplante Prüfung gegen die Release-API ist nicht gebaut. Genau deshalb stellt diese Version überhaupt keine Verbindung ins Internet her.
- Einstellungsansicht. Die Sprachwahl sitzt behelfsweise im Kopf des Fensters.
- Suche und Filter über die Geräteliste.
- Export einer fertigen Konfiguration an den Endkunden. Das ist das nächste Feature auf der Liste.
- Android und iOS. Diese Beta gibt es nur für Windows.
Getestet ist der Kern automatisiert, also Scan-Auswertung, Statusparser, Projektmodell und Übersetzungen. Am echten Aufbau bestätigt sind bisher der Start, die Sprachumschaltung samt Persistenz und der Scan im eigenen Netz mit Shelly Gen2 und Gen3. Das Schalten, der Scan über einen VPN-Subnet-Router und die Ablage der Projektdatei stehen noch aus.
Systemvoraussetzungen
| Anforderung | Wert |
|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10 ab Version 1803 (64 Bit) oder Windows 11 |
| Architektur | x64. Kein ARM64-Build, keine 32-Bit-Fassung |
| Runtime | WebView2 (siehe Hinweis oben). .NET oder Java werden nicht gebraucht |
| Rechte | Keine Administratorrechte. Es wird nichts installiert und nichts in die Registry geschrieben |
| Netzwerk | Eine Route zu den Geräten per HTTP, also gleiches LAN oder VPN. Es wird kein Port geöffnet |
Ausgeliefert wird eine einzelne Datei ohne Installer. Das ist Absicht: Wer nachts vor einer dunklen Wohnung steht, soll keinen Setup-Assistenten durchklicken müssen. Herunterladen, Doppelklick, fertig. Aktualisiert wird durch Ersetzen der Datei, ein Auto-Update gibt es nicht.
Die Konfiguration landet in %APPDATA%\com.hafleetmanager.localfleetcontrol\ und nicht neben
der Anwendung. Auf einem fremden Rechner startet sie deshalb ohne Geräteliste, und ein
liegengebliebener USB-Stick verrät keine Kunden-IPs.
Datenschutz und Netzwerkverhalten
Kein Konto, kein Backend, keine Telemetrie. Diese Beta ruft keine einzige Internet-Adresse auf; ausgehende Verbindungen gehen ausschließlich an Geräte-IPs im privaten Netz. Die einzige Ausnahme ist der Klick auf „powered by HA Fleet Manager” in der Fußzeile, der diese Website im Browser öffnet.
Der Scan selbst ist rein lesend, geschaltet wird nur auf ausdrücklichen Klick. Öffentliche Adressbereiche lehnt die Anwendung ab, sie taugt also nicht als Portscanner fürs Internet. Alle Daten bleiben auf dem Rechner.
Rückmeldungen
Local Fleet Control steht unter Apache-2.0 und ist ein Open-Source-Nebenprojekt von HA Fleet Manager. Der Code ist frei, Name und Logo sind es nicht.
Rückmeldungen sind ausdrücklich erwünscht, besonders zu Geräten, die nicht erkannt oder nicht geschaltet werden. Der beste Weg dafür sind Issues im GitHub-Repository. Wenn du meldest, welche Shelly-Generation und welches Modell betroffen sind, hilft das am meisten.